Dezember 14, 2019

Fitness. Phantom. Medikamente

Ich bekomme viel Besuch. Meine Familie ist jeden Tag in Kontakt mit mir. 
Jetzt merkt man sehr schnell wieder, wer da ist und wer nicht. 
Montag werden meine Hilfsmittel geliefert. Rollstuhl. Duschbrett. Griffe. 

Die Wunde verheilt wie im Bilderbuch. CRP war gestern noch bei 2,6. Dieser fällt rapide in den Normbereich. 
Die Ärzte sind sehr zufrieden. 

Seit Dienstag bitte ich um Erhöhung der BasisMedikamente Targin und Lyrica. Gestern wurde endlich auf mich gehört. Vll war ich auch nicht energisch genug... 
Montag könnte ich nach Hause kommen.

Ich habe die Arge und den TÜV bereits kontaktiert. Mein Führerschein muss geändert werden. Dort muss drin stehen wie das Fahrzeug ungenauen muss, damit ich es fahren darf. 

Mein Motorrad wird bereits mit Beiwagen ausgerüstet und die rechte Fußbremse nach links verlegt. 

Ich bin sehr gespannt ob die KK mich nun bald aussteuert oder die Amputation als neuen Diagnoseschlüssel anerkennt. Rente oder Krankengeld... 

Meine Phantomschmerzen werden mehr.  Ein zucken..Wie Stromschläge durch den Stumpf. 
Mit dem erhöhten Lyrica ist es schon etwas besser. 
Ich freue mich schon sehr auf Zuhause und auf mein neues Leben. Ohne Metall im Körper. Ohne diese immer wiederkehrende Angst vor Infektionen und Operationen. 
Das wird großartig. 
Niemand hat gesagt es wäre leicht. Aber niemand ist genau meinen Weg, mit meinen Augen gegangen. 
Ich bin davon überzeugt, dass mein Schicksal mir nur das bringt, was ich auch tragen kann. 

Die Entscheidung für die Amputation war absolut richtig. Ich weiß im Nachhinein nicht wie ich so stark sein konnte. Wie ich es ertragen konnte.... 
Aber ich glaube, dass ich deswegen erschöpft bin. Ich muss neue Kraft tanken. Mein Wille ist stark. Immernoch. Ich schaffe das.

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