Oktober 17, 2010

Thats my life

Am 02.09.2010 waren drei Jahre vergangen. Drei Jahre ohne Auffälligkeiten, ohne einen Befund, ohne Metastasen.
Ich stehe seit dem 01.07.2010 mit beiden Beinen im Berufsleben. Eine 40h Woche erwartet mich wiederkehrend.
Ich bin aktiver denn je.
Nun lebe ich mit der wundervollsten Frau und ihrer Tochter zusammen. Eine Frau die mich mit all meinen Schwächen und Einschränkungen so nimmt, wie ich bin.
Eine Frau die mich unterstützt, die für mich da ist und für eine Familie, für welche ich stark sein kann.
All das gibt mir ungemein viel Kraft. Kraft die ich benötige um weiter zu machen, um weiter zu kämpfen, für all die Dinge für die es sich zu kämpfen lohnt.

Für das Leben, für die Familie, für meine Träume.

Die Ziele welche ich nun anstrebe, sind vergleichsweise klein...wagt man einen Vergleich zu den bisherigen.
Überleben, weiter leben, überhaupt leben ... nein, diese Ziele sind kein Stück in den Hintergrund gerückt. Sie gewinnen derweilen immer mehr an Wert. Je mehr man erreicht hat, je mehr man gelebt hat, umso mehr hat man zu verlieren.

Und trotzdem: ich habe mehr erreicht als ich jemals gewagt habe zu träumen. Im Moment fällt es mir zeitweise sehr schwer diesen Traum, welchen ich derzeit lebe, anzunehmen, weiter zu träumen und dieses zu genießen.
Ich denke an diesen Tagen oft an "was wäre wenn".
Solche gedanken waren in den letzten Monaten sehr selten.

Was wäre wenn der Krebs wiederkommt, was wäre wenn ich sterbe. Würde ich erneut eine Chemotherapie machen, würde ich in einer Klinik sterben wollen, wie würde das wohl ablaufen.

Gedanken die mich kein Stück vorwärts bringen, das ist mir vollkommen klar.



Nun mehr seit 3 Jahren und einem Monat ist die Chemotherapie erfolgreich abgeschlossen. Ich habe keinerlei Anzeichen auf Metastasen. Ich habe kaum noch Schmerzen, die Prognose ist mehr als gut.
Ich habe den hohen Anspruch das Leben mit einem jugendlichen Leichtsinn leben zu wollen. Zu tun, und nicht zu denken.
Aber in diesen Tagen... haben mich Fotos und Tagebucheinträge aus der Zeit im Krankenhaus merklich zum Nachdenken gebracht.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen